Jasurk - 7. Tag des zweiten Sommermonates 2743

  • Siebter Tag des zweiten Sommermonates 2743

    Der Tag begann früh, mit dem Zurücklaufen zum Bauernhof der Turff’s. Ich gab ihnen den Brief und verdeutlichte ihnen mehrfach wie wichtig es sei, dass er so schnell wie möglich den Jarl erreiche. Mit dem Siegel, das ich auf dem Brief einbrannte, sollten sie ohne Probleme bis zum Jarl kommen. Kilex machte sich sofort auf den Weg, das erhöhte meine Hoffnung, dass der Brief schnell ankommen würde.
    Den Pakrot Berg durch den Zwoordpass zu überqueren gestaltete sich ziemlich einfach, aber unten am Berg angekommen graute es mir, als ich einen verlassenen Handelskarren sah. Er war anscheinend angegriffen worden, denn ich sah Blut, das am Boden am Karren klebte. Mein Gefühl sagte mir, es sei besser, den Weg zu verlassen, aber meine Beine trugen mich in Richtung einer Ruine, wie ich nach einigen Schritten erkannte. Dort vernahm ich plötzlich Geräusche, ein Knirschen und Klappern. Ich wagte noch ein paar weitere Schritte, aber die Geräusche kamen immer näher und ich wollte nichts riskieren und gesund im Dorf ankommen. So nahm ich meine Beine in die Hand und eilte wieder zum Weg.
    Erst jetzt bemerkte ich einen leicht süßlich-verkohlten Geruch in meiner Nase. Ich machte mich weiter auf den Weg, ich wollte dort nicht zu lange verweilen. Der Geruch blieb in meiner Nase, ich dachte er käme von dem Ort mit dem Handelskarren, aber er wurde immer intensiver. Man sollte dem nachgehen, überlegte ich, ging dann aber einen Schritt schneller, da ich noch vor Einbruch der Nacht in Jarmundshain sein wollte.


    Noch bevor es richtig Nacht wurde, erreichte ich das Dorf. Es war wie leergefegt, keine Menschenseele war zu sehen. Das war ungewöhnlich, in Jarmundshain wurden immer bis in die späten Abendstunden die Krüge gehoben und gelacht. An jedem Tag. Als ich das Haus meines Vetters erreichte klopfte ich energisch an. Sie öffnete sich einen Spalt und mein Vetter Roksash schaute hindurch. Er machte die Tür sofort auf und versperrte sie schnell wieder als ich drin war. Keine Erklärung, nichts. Er bereitete mir wortlos ein Bett und legte sich nach einem weiteren Mal überprüfen, ob die Tür verschlossen war, selbst ins Bett. Ich erhoffe mir morgen mehr zu erfahren, nun werde ich erst einmal schlafen.