Gasthaus "Zum Fuchsbau"

  • Krak von Lasendra, großer Marktplatz

    Verdammt, Leona wird mich umbringen. Die Schweißperlen liefen Krak am ganzen Körper hinunter, als er am Morgen des zwölften Tages im zweiten Frühlingsmonat 2741 an seinem Gasthaus ankam. Er zurrte das Pferd mit dem Karren auf dem Platz vor dem Gasthaus fest und sein Blick schweifte über den Fuchsbau. Das Gasthaus war sein Leben, so schien es zumindest, aber er hatte es sich nicht freiwillig ausgesucht.
    Plötzlich stand Leona im Eingang des Gasthauses: „Verdammt Krak, du solltest gestern Abend hier ankommen. Es ist dein verdammtes Gasthaus.“ Mit einem leicht verängstigten Blick schaute Krak zu Leona: “Leo, ich.., das Pferd…”
    “Du weißt genau ich lasse keine Ausreden gelten.” Ohne weitere Worte und sichtlich verärgert ging Leona. Krak merkte, er hatte es sich wieder einmal bei Leona verspielt.


    Sein Pferd zwickte ihn in den Arm, als Krak seiner guten Freundin Leona gedankenverloren hinterher blickte. “Ja mein Guter, du bekommst gleich was zu Fressen und dein Wasser.”
    Die Eingangstür knarrte als Krak das Gasthaus betrat. “Alira, Sethrya, Henna, ist eine von euch da? Kümmert euch ums Pferd und den Karren!” Eine leise Stimme war zu hören, Krak verstand nicht wirklich was die Stimme sagte, aber er war sich sicher, dass seine Schankmädchen sich kümmern würden. Außerdem wusste er auch, dass der Fuchsbau bald wieder bis oben hin voll sein würde.
    Ein wohlriechender Duft erfüllte den Schankraum, ein Mix aus dem Küchenbetrieb und etwas anderem. Es schien Wüstendachs-Eintopf zu geben, etwas was Krak sehr mochte. Aber da war noch ein anderer Geruch, den er genau kannte. Leona trug stets ein Duftwasser aus Rosen und Starrwurzel. Ein unverwechselbarer Duft, welchen Leona selbst anmischte. Krak liebte auch diesen Geruch, ihn durchfuhr jedes Mal ein wohliges Gefühl wenn er diesen Geruch in der Nase hatte.


    Er löste sich von dem Gedanken an Leona und begab sich hinter den Schanktisch und warf einen Blick in das Geschäftsbuch. Leona auf dich kann man sich verlassen. Krak sah, während er das Geschäftsbuch planlos durch blätterte, denn er Verstand fast nichts, dass jemand vom Zimmertrakt zum Eingang des Gasthauses huschte. So viele Zahlen, doch er Verstand nur die Zahlen am Ende eines Tages, die aus sagten, wie viel das Gasthaus einnahm, und Leona hatte in seiner Abwesenheit viel verdient.
    Er gähnte laut: „Ich glaube ich sollte mich nochmal hinlegen bevor das Tagesgeschäft beginnt.“ Er atmete seufzend tief ein und bemerkte erst jetzt seinen ekelhaften, strengen Geruch. Nach dem Schlaf sollte ich ins Badehaus. Er nahm das Geschäftsbuch in die Hand und ging damit in den Lagerraum, wo er sich auf den Notschlafplatz legte, den er hier eingerichtet hatte, als er damals bemerkte wie häufig er nachts nicht aus dem Fuchsbau kommen würde. Schon wenige Minuten später schlief er ein.

    I am not what I think I am. I am not what you think I am. I am what I think you think I am.” - Charles Horton Cooley

  • Shan betrat einfach das Gasthaus mit den Worten "Ist da jemand, werter Herr sind sie da?" Wieso ist hier niemand? Ist Krak noch nicht zurück? Wo ist Fräulein Leona? Er schlurfte zum Tresen.
    Denn am vorherigen Tag hatte ihn ein Soldat von seinem Schlafplatz im Eingang eines Badehauses vertreiben wollen und trat ihm auf den rechten Knöchel. Seitdem schmerzt ihn dieser, aber Shan konnte sich nicht ausruhen oder gar zu einem Heiler gehen. Als Straßenkind, die auch Amiso genannt werden, stand er jeden Tag am Abgrund. Es ging jeden Tag um sein Leben.
    Ich sollte einfach das Tageblatt auf den Tresen legen, aber die Informationen. Angestrengt dachte er nach wie er die andere wichtige Botschaft überbringen sollte, er konnte nicht schreiben und nur wenig Lesen, so konnte er auch die Botschaft nicht aufschreiben.
    „Junge was machst du hier, verschwinde, ich bin sicher das Gesindel wie du hier nicht sein sollte“ Shan schaute den großen, wiederlich wirkenden Dunelye an, der ihn versuchte zu verscheuchen. „Mein Herr ich habe dem Besitzer nur das Tageblatt gebracht und habe noch eine Botschaft für ihn. Meister Krak kennt mich.“ Der Dunelye kam näher, legte seine Hand auf seinen Dolch, den er an der Seite trug und flüsterte mit verärgerter Stimme “Wenn du nicht gleich verschwindest, schlitze ich dir deinen Bauch auf.“

  • Imanal von den Straßen Kegras


    Er stieß die Tür schwungvoll auf und betrat den selbst am Mittag düsteren Raum. Durch einige kleine, nicht wirklich saubere, Fenster in den Wänden drang das Licht der Mittagssonne und erhellte den Raum etwa bis zu Hälfte, genug um den Dunelye zu erkennen, der, seine Hand auf seinen Dolch gelegt, vor einem kleinen Jungen stand, der ihn verängstigt anblickte.
    “Malzeit!”, grüßte Imanal, unbeeindruckt von der Situation und trat einige Schritte auf die beiden zu. “Habt ihr den Wirt gesehen?”, fragte er ruhig und kratzte sich am Kopf, “er sollte doch schon zurück sein.”
    “Verpiss dich Menschlein!”, spieh der Dunelye ihm entgegen und zog seinen Dolch. “Wenn ihr beide nicht sofort aus meinem Weg verschwindet schlitze ich euch auf!”
    Angsterfüllt machte der Junge einen Schritt zurück, dabei stieß er unglücklich an einen Stuhl, geriet ins Taumeln und stürzte zu Boden. “Bb..bitte..t..t..tut mir nichts!”, stammelte er und kroch noch weiter von dem Dunelye weg.
    Genervt machte Imanal noch einen Schritt auf den Elfen zu und legte ebenfalls seine Hand auf seinen Dolch.
    “Mein Freund ihr müsst auf den Kopf gefallen sein, niemand möchte, dass ihr ihn aufschlitzt”, sagte er spöttisch und blickte den Elfen scharf an.
    Dieser lief hochrot an und stürzte sich mit einem wütenden Schnauben auf den Jungen.
    “Dann soll dieser Nichtsnutz eben sterben, tot seid ihr Menschen eh erträglicher!”, rief er und stieß mit dem Dolch nach den am Boden liegenden Jungen.
    Mit einem Schritt war Imanal bei ihm, packte seinen Arm und wand ihm das Messer aus der Hand. “An deiner Stelle würde ich jetzt gehen...”, sagte er ruhig und legte ihm seinen Dolch an die Kehle, “...oder dem ‘Menschlein’ rutscht die Hand aus!”
    Ein Fahne billigen Weines schlug Imanal entgegen als der Elf redete, “Pah! Du Mistkerl!”, er spuckte aus, “Du solltest einem Dunelye Respekt erweisen!”, blaffte er und versuchte mit der anderen Hand nach Imanal zu schlagen.
    Mit einer leichten Drehung des Handgelenks ließ er den Elfen vor Schmerz aufkeuchen und ihn den Schlag vergessen. Dann ließ er das Messer blitzen und der Elf sackte schlapp zu Boden. Der macht so schnell keinen Ärger mehr, dachte sich Imanal und reichte dem Jungen seine Hand. “Steh auf, du solltest jetzt gehen.”, forderte er ihn auf.
    Mit zitternder Hand drückte ihm der Junge einen Brief in die Hand, “f..für K..Krak!”, nuschelte er und machte sich eilig aus dem Staub.
    Kopfschüttelnd wischte Imanal die Klinge des Dolches am Gewand des Dunelye ab, blickte sich dann um und rief: “Krak! Hey! Einer deiner Gäste hatte einen Unfall!”

  • Krak öffnete langsam die Augen und richtete sich auf. Er streckte sich ausgiebig als er ein Geräusch vernahm. Was war das? Hat da jemand was fallen lassen? „Wie lange ich wohl geschlafen habe?“ murmelte er vor sich hin.
    Plötzlich hörte er eine junge Stimme rufen. Ich sollte wohl mal aufstehen und nachsehen. Krak ließ sich wie immer Zeit und stützte sich mit einem Arm ab um aufzustehen. „Diese verdammten Knochen. Ich sollte wohl mal wieder mit den Kampfübungen anfangen, es wird immer lästiger“ Nicht das ich es irgendwann mal bereue.
    Krak war fast sein Lebenslang gut trainiert und hatte stets seine Kampfpraktiken die er in der Armee lernte, versucht weiterzuentwickeln. Doch die letzten zweieinhalb Jahre hatte er seine Konstitution schleifen lassen.
    Mit einem Ruck stand er auf seinen Beinen. Er kramte in dem Haufen welcher neben dem Schlafplatz war. „Ich hatte es doch vorhin hier mit her genommen.“ Krak hatte die Geräusche schon wieder fast vergessen, als er das Geschäftsbuch fand. Er warf sich sein Leinenhemd wieder über und ging zur Tür.
    Krak öffnete die Tür zum Schankraum. „Was ist hier los?“ und kratze sich währenddessen ausgelassen zwischen den Beinen. „Imanal, was machst du denn hier? Und wo sind die Mädchen?“ Indessen blickte er sich um und sah nun auch den am Boden liegenden Dunelye. Er blickte Imanal scharf an. „Imanal, warst du das? Was hast du getan?“

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  • Alira



    Ein derber Tritt ließ die Eingangstüre aufschwingen, an die Wand donnern und wieder zurückkommen. Alira trat auf die Schwelle, fing die Türe mit ihrer Schulter auf und trat in den Raum. Das Feuer ihrer Haare erlosch, als die Sonnenstrahlen des heißen Mittags sie nicht mehr erreichen konnten.


    "Hey, jemand da, der mir das Zeug hier mal abnehmen kann?"


    Im linken Arm hielt sie einen großen Bund Lauch, der ihr fast zu entgleiten drohte, die rechte Hand umfasste die Lederriemen eines großen Netzes voller Gemüse, Kartoffel, Rüben, Zwiebeln. Zutaten für das bald zu kochende Abendessen, die sie auf dem nahen Markt erstanden hatte.


    Sie starrte in die Dunkelheit der Gaststätte, ihre Augen benötigten einen Moment, um sich an das mangelnde Licht zu gewöhnen. Erst dann sah sie die zwei Männer, Krak und Imanal, bei der reglosen, am Boden liegenden Gestalt stehen.


    "Nein, nicht schon wieder Blut auf dem Fußboden! Diesmal soll jemand anders es aufwischen!"


    Sie stellte ihr schweres Netz ab, legte den Lauch auf den nächsten Tisch und trat näher.

  • Lässig lehnte er sich an den Thresen und spielte mit dem Messer in seiner Hand.
    Geht doch. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er den Wirt erblickte, der verschlafen auf ihn zu stapfte.
    „Na? Ausgeschlafen?“, fragte er grinsend und die anderen Fragen ignorierend, „Ich habe hier einen Brief für dich…”


    Plötzlich schlug die Tür des Gasthauses mit einem Krachen auf und er glitt ungeschickt mit dem Daumen an der gerade erst gesäuberten Klinge ab.
    “Autsch!”, fluchte Imanal leise und ein einzelner Blutstropfen glänzte rot auf seinem Daumen.


    Mit gerunzelter Stirn wandte er sich zur Tür und erblickte ein mageres Mädchen mit langen, feuerrot leuchtenden Locken, welches in diesem Moment den Schankraum betrat und sofort losschimpfte als sie den Toten erblickte. Besänftigend hob er die Hände. “Keine Sorge, darum kümmere ich mich…”
    Mit einem Seufzen leckte er sich das Blut vom Finger und maß sie mit einem interessierten Blick, bevor er den Dolch weg steckte und sich an Krak wandte.


    “Deine Gäste werden immer unverschämter.”, stellte er lächelnd fest und zeigte auf den Dunelye, “Dieser hier wollte dem Botenjungen an die Kehle…also musste ich etwas unternehmen.”


    Mit einem Schulterzucken zeigte er auf die Kehle des Toten, “Tut mir leid wegen der Sauerei. Ich hole eben einen Eimer.”
    Den Brief mit dem nun gebrochenen Siegel auf dem Tisch liegen lassend, ging er in die Richtung aus der Krak gekommen war und verschwand durch eine Tür im hinteren Teil der Taverne.

  • Noch immer verschlafen schaute er Alira an, die den toten Dunelye bemerkt hatte und sich beschwerend näherte. „Alira, Imanal wird die Sauerei selber weg machen. Er weiß ja wo die Eimer sind.“ Er nahm sich den Brief den Imanal auf dem Tisch liegen ließ. Ein gebrochenes Siegel? Imanal du elender…! Er begann zu lesen. „Hochgeschätzter…“


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    „… Verdammt!“ Er warf den Brief wütend auf den Tresen. Die sollen mich in Ruhe lassen, ich habe damit abgeschlossen. Er nahm den Brief wieder auf und las ihn ein weiteres Mal. Krak murmelte „Fünfzehnter Tag des Zweiten, also in zwei Tagen. Es steht kein Ort dabei.“ Dann wird es da sein wo sich das Rudel hier in Kegra immer trifft. Ich sollte Vorbereitungen treffen.


    Er gähnte lange und tat so als wäre alles in Ordnung. Dann werde ich wohl mal das Unkraut wegschaffen welches Alira mitgebracht hat. „Sonst liege ich hier auch noch als Leiche.“ Er lachte lautstark. Habe ich das gerade Laut gesagt? Er begab sich vor den Schanktisch, schritt auf den Tisch mit dem Lauch und dem Netz voller Gemüse zu und nahm es sich.


    “Wo sind denn die anderen zwei?“ Krak schaute sich um und rief nach ihnen. „HENNA,… SETHRYA“

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  • Sich gleich richtig beschweren hilft doch! dachte Alira, Imanal ging doch tatsächlich hinaus, um Eimer zu holen. Der Dunelye wollte also einem Botenjungen an den Kragen, wahrscheinlich Sham. Warum wohl? Und Imanal hatte dann gleich kurzen Prozess gemacht. Nun lag er da.


    Krak kümmerte sich weiter nicht um die Leiche zu seinen Füßen, sondern ergriff gleich den Brief, den er bekommen hatte. Offensichtlich war er nicht erbaut von seinem Inhalt. Er fluchte und murmelte etwas von 'Ruhe lassen' und 'in zwei Tagen'. Alira stellte sich auf die Zehenspitzen, um einen Blick auf den Brief zu erhaschen, was ihr jedoch nicht gelang. Sie wünschte, sie könnte die Zeichen sehen, lesen konnte sie nur wenige Worte, nur die Namen von Gemüse, Fleisch und solchen Sachen, die Leona auf einen Einkaufzettel schrieb.


    Krak gähnte und tat als wäre alles in Ordnung, Alira jedoch kannte ihn inzwischen gut genug, um seine Unruhe zu spüren. Auch seine seltsame Bemerkung und sein Lachen danach deuteten darauf hin, dass irgendetwas im Busch war. Als er dann noch das Gemüse selber in die Küche tragen wollte und gleichzeitig nach den anderen Mädchen rief konnte Alira nur noch den Kopf schütteln.


    "Krak, wer soll sich um die Leiche kümmern? Lässt Imanal sie verschwinden?"


    Sie ging auf ihn zu um ihm das Gemüse wieder abzunehmen, bevor er es absichtlich versehentlich in die Abfallkiste warf.


    "Komm, gib mir das Grünzeug, ich bringe es in die Küche und mache dir erst mal Kaffee und was zum Essen. Wo willst du dich denn hinsetzen, hierher oder zu uns in die Küche?"


    Sie streckte ihm die Arme hin, um ihm ihre Einkäufe wieder abzunehmen.

  • Krak schaute sein Schankmädchen verwirrt auf die ausgestreckten Arme, dann ins Gesicht. „Du hast wohl Angst das ich dieses grüne Kraut entsorge was?“ Er lachte schallend. Er legte ihr die Einkäufe mit den Worten „Hier komm nimm es hin, ich hoffe es gibt heute nicht nur Dunelye Futter“ in die Arme und lachte wieder, während er auf die Leiche schaute. „Ich setze mich erstmal in den Schankraum, die Geschäfte warten nicht und mit Imanal habe ich auch noch eine Ente zu rupfen.“


    Gedankenversunken schlenderte er sich am Arsch kratzend zu seinem Stammtisch, der ganz Hinten im Schankraum war. Hoffentlich beseitigt er bald die Leiche, wenn die Stadtwache hier rein kommt, macht das nur wieder Probleme. Das wird uns wieder einen ganzen Abendumsatz kosten die zu bestechen. Leona wird ausflippen. „Sie ist schon sauer auf mich“ murmelte er leise.


    Am Tisch angekommen setzte er sich auf den knarrenden Stuhl. Von hier aus hatte er den besten Blick über den Fuchsbau. Er sah direkt wenn jemand herein kam oder auch die Gestalten die in den Bereich mit den Gästezimmern gingen.
    Durch den Raum brüllend rief er Alira zu das sie ihm das Geschäftsbuch und den Lederbeutel mit Dukaten bringen solle, welcher neben dem Geschäftsbuch liegt.


    Wo bleibt er denn?

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  • Er betrat den Lagerraum im hinteren Teil des Gasthauses und blickte sich in der Dunkelheit um, dann nahm er sich eine der herumstehenden Kerzen und entzündete sie.
    Im flackernden Schein des Kerzenlichts suchte er in dem zugestellten Raum nach etwas um das Blut wegzuwischen.
    “Hier muss es doch irgendwo einen Eimer geben…”, murmelte er und versuchte im matten Licht etwas zu erkennen.


    Zwischen den Kisten und Regalen fand er was er suchte und machte sich auf den Weg in der Küche um etwas Wasser aus einem der Fässer zu holen.
    Wie werde ich jetzt diese verdammte Leiche los? Immerhin kann ich sie ja nicht einfach auf die Straße legen… Und wenn ich sie… nein, das kann ich Krak nicht antun. Ein Grinsen huschte über sein Gesicht.


    Ich sollte sie wohl am besten auf einen Karren packen und irgendwo versenken, wenn es geht im Hafen, der ist weit genug weg.
    In der Küche füllt er einen Eimer Wasser, schnappte sich einen Lappen und kehrte damit in den Schankraum zurück.
    So werde ich es machen… Ich muss nur hoffen, dass ich an den Wachen vorbeikomme, sonst wird es schwierig zu erklären wo die Leiche herkommt.
    Leise pfeifend machte er sich daran das Blut aufzuwischen.



  • Alira verdrehte die Augen, als sie mit dem Gemüse in den Armen in die Küche ging. Dieser Krak - wenn's nach ihm ginge, würden ihm die Zähne ausfallen, weil er alles, was nur annähernd grün war meiden würde. Dabei gab gerade Lauch, aber auch die gelben Rüben dem Eintopf die Würze und den Geschmack. Was wäre ein Rostbraten ohne Zwiebeln? Sie legte das Gemüse ab und machte sich daran, weitere Vorbereitungen für die abendliche Mahlzeit zu machen, als sie Krak nach ihr brüllen hörte. Geschäftsbuch und Dukatenbeutel wollte er haben.


    Sie wischte ihre Hände, die durch das Gemüse etwas erdig geworden waren, an einem Tuch ab und richtete ihr Mieder, zog es runter zur Taille, wo es hingehörte, aber nicht bleiben wollte. Leider hatte es die Angewohnheit, immer nach oben zu rutschen, da es auf kaum einen Widerstand stieß. Sie seufzte und stellte sich vor, so eine gesegnete Oberweite wie Henna zu haben. Sie wischte den Gedanken beiseite - sicherlich hatte so große Brüste auch Nachteile, auch wenn sie sich im Augenblick keine vorstellen konnte.


    Geschäftsbuch, Dukaten... wo war das Geschäftsbuch wieder? Dahinten in der Nische, bei der Lampe und dem Tisch. Schnell gab sie etwas Kaffeepulver in eine Blechtasse und goß Wasser auf, das immer heiß am Herd wartete und stellte sie nahe ans Feuer, damit der Kaffee aufkochen konnte. Dann zapfte sie einen Krug von dem dünnen, aber den Durst stillenden Bier und nahm einen großen Schluck, um sicherzustellen, dass es nicht sauer geworden war. Schließlich holte sie Geschäftsbuch und Dukaten und brachte sie mit dem Bier Krak. Er saß an seinem Lieblingsplatz, von dem er die ganze Wirtschaft überblicken konnte.


    "Hier Buch und Dukaten, Krak" sie legte beides auf den Tisch und stellte dann das Bier daneben. "Und etwas Flüssigkeit, damit dein müdes Gehirn besser arbeiten kann. Kaffee kommt gleich. Was willst du essen? Brauchst du noch was?"

  • Die Tür des Fuchsbaus öffnete sich, eine kleine zierliche Frau trat herein und schaute sich in der für diese Tageszeit sehr leere Gasthaus um. Ihr aschgraues Haar war zunächst nicht zu sehen, da sie erst die Kapuze ihres Umhangs nach hinten schob, als die Tür geschlossen war. Dann sah man das ihr schulterlanges Haar hinten kunstvoll geflochten war. Das Ebenholzfarbende Gewand war zwar einfach geschnitten, das besondere war der Gurt mit einer silberglänzenden Schnalle, aber das Gewand betonte die anmutige Figur der Frau sehr. Ihr gesamtes Auftreten war wie der einer Adligen, leichtfüßig als würde sie über dem Boden schweben und über allem stehen. Adlige Frauen verlaufen sich aber selten in den Fuchsbau.


    Mit einem beschwingten Gang schritt sie in Richtung der Mitte des Schankraumes. Sie musterte gewohnheitsmäßig alles was um sie herum war. Alira die gerade bei Krak am Tisch stand und ihm etwas auf den Tisch stellte, der tote Dunelye bei dem ein Südländer leise Pfeifend das Blut aufwischte. Sie fragte sich gar nicht was passiert sei. Es war ihr egal, sie hatte ihre eigenen Dinge hier zu klären. Und natürlich Krak, in dessen Richtung sie ging. Er würdigte sie keines Blickes und sie schritt dann plötzlich, kurz bevor sie an seinem Tisch war, zum Tisch der ganz hinten in der Ecke war. Hier war es gewöhnlich dunkler als im restlichen Schankraum.

  • Ein älterer Mann hatte schon seit einiger Zeit das Treiben im Gasthaus aus einer dunklen Ecke heraus beobachtet. Was hier nur immer los ist, dachte er sich. Er war jetzt seit einer Woche in Kegra und es gefiel ihm nicht. Es war deutlich unruhiger als in Kaltenstrom, wo er sein kleines Gasthaus führte. Er hatte einfach mal eine Pause gebraucht. Als er dann in Kegra ankam hatte er nach einer Gaststätte gesucht und sich für den Fuchsbau entschieden. Nun hockte er aber doch nur immer in einer Ecke und trank so einige Biere. Ich bin zu alt für sowas, dachte er immer wieder, wenn mal wieder ein Tumult aufkam. Ich werde sicherlich bald wieder abreisen können, aber erstmal stecke ich hier fest. Ich hätte mich nicht auf dieses Glücksspiel einlassen sollen.

  • „Danke allerliebste Alira“, sagte Krak zu ihr als sie das Geschäftsbuch und den Lederbeutel mit den Dukaten auf den Tisch legte. Er grinste sie schelmisch an. „Ich würde was von dem Wüstendachs-Eintopf nehmen.“ Alira macht immer viel zu viel Dunelye-kost da rein, hoffentlich ist das heute mal anders. Zu viel Grünes macht mich krank.


    Unerwartet bemerkte er die zierliche Frau die das Gasthaus betrat. „Ist das…“ Sein Herzschlag beschleunigte sich plötzlich stark. Das kann nicht sein, was will sie hier? Das kann nichts gutes heißen. Er tat so als würde er sie keines Blickes würdigen, er hoffte das er damit durchkam. Denn SIE täuschte man nicht so einfach. Er beugte sich über das Geschäftsbuch, was er öffnete und begann zu rechnen. Später sollte jemand kommen dessen Dienste Krak in Anspruch genommen hatte und der wollte bezahlt werden. Aus dem Augenwinkel sah Krak das sich die Frau mit dem Aschgrauen Haar in die dunkelste Ecke des Gasthauses verzog.


    Nun bemerkte er auch den älteren Mann an einem anderen Tisch. Wie lange saß er da schon? Krak kratzte sich am Kopf. Habe ich was verpasst, ich bin wohl nicht mehr so aufmerksam wie früher. Es wird echt Zeit wieder zur alten Form zu finden. Leise sprach er sein Schankmädchen an „Wer ist dieser alte Mann da hinten, hast du denn schon mal gesehen? Finde mal etwas über ihn heraus.“

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  • Alira strahlte Krak an, als er sie 'allerliebst' nannte. Der alte Hund wickelt mich um den Finger und ich weiß es und tue nichts dagegen. Normalerweise sollte es doch umgekehrt sein.
    „Ich würde was von dem Wüstendachs-Eintopf nehmen.“ meinte er und Alira sah einen hoffnungsvollen Schimmer in seinem Gesicht. Sie konnte sich fast denken, was durch seinen Kopf ging und musste grinsen.


    Sie wandte sich um, um zu gehen und den Dachs zu holen, als sie eine ungewöhnliche Frau auf ihren Tisch zusteuern sah, dann doch knapp vorbeigehen und im hinteren Teil des Gasthause Platz nehmen. Sie blickte zu Krak, doch der beugte sich über sein Geschäftsbücher, als ob er sie noch nie gesehen hätte und furchtbar interessante Dinge drin ständen. Dann blickte er sich aber eher verstohlen um und flüsterte Alira zu: „Wer ist dieser alte Mann da hinten, hast du denn schon mal gesehen? Finde mal etwas über ihn heraus.“


    Alira blickte in die finstere Ecke, sah den Mann und auch die Frau, die nicht weit weg saß. Was will die hier, die passt doch gar nicht hierher, wovor hat Krak Angst?


    Laut und fröhlich sagte sie dann: "Also Wüstendachs mit dem Gemüse von gestern, heute bestimmt gut durchgezogen!" Man sollte sich nicht von alten Männern in finsteren Ecken und mysteriösen Frauen zu sehr beeindrucken lassen. Normalität vorgeben war immer eine gute Waffe. Bevor Krak ihr eine Antwort geben konnte, drehte sie sich jedoch um und gab vor, erst jetzt den alten Mann zu bemerken.


    Mit leichtem Schritt ging sie an seinen Tisch: "Mein Herr, ich habe Euch nicht sitzen sehen, tut mir leid. Wir sollten hier hinten noch eine Fackel anbringen. Seid Ihr schon länger da? Darf ich Euch auch etwas zum Trinken und zum Essen bringen?"


    Sie warf auch der seltsamen Frau in Schwarz und Grau einen Blick zu, sodaß sie ihr würde bedeuten können, dass sie gleich zu ihr kommen würde, falls sie dies wünschte.

  • Bardonimus saß immer noch in seiner Ecke, als die junge Frau, die vor kurzem erst hereingetreten war, auf ihn zukam.
    "Mein Herr, ich habe Euch nicht sitzen sehen, tut mir leid. Wir sollten hier hinten noch eine Fackel anbringen. Seid Ihr schon länger da? Darf ich Euch auch etwas zum Trinken und zum Essen bringen?", fragte sie ihn.


    "Ohh... ähh... das ist sehr viel auf einmal, danke.", sagte er, "Es wäre ausgesprochen freundlich, wenn ihr mir etwas von diesem Eintopf dort bringen könntet." Er lächelte milde. "Eine Fackel wird jedoch nicht nötig sein. Ich bleibe lieber unentdeckt."
    "Natürlich, mein Herr." Sie ging fort.


    Wie kommt es, dass ich diese Dame hier noch nie wahrgenommen habe, wo sie doch hier zu arbeiten scheint?, dachte er, Da fällt mir ein: Ich muss noch einen Brief an meine Frau schreiben, dass ich vorerst nicht kommen kann.
    Er zog ein Blatt Papier aus seinem Mantel und fing an zu schreiben. Kurz darauf kam die Turell - als die er sie mittlerweile identifiziert hatte - mit einem Teller Eintopf zu seinem Tisch.


    "Lasst es euch schmecken", sagte sie.
    Er erwiederte: "Was befindet sich denn in diesem Eintopf, wenn ich fragen darf?"
    "Dies ist Wüstendachs-Eintopf. Nach einem eigenen Rezept."
    "Dann kann ich gar nicht erwarten es zu probieren", lächelte Bardonimus.


    Während er den Eintopf aß, fing er auch schon wieder an an seinem Brief zu schreiben.
    ... Es wird noch eine Weile dauern bis ich zurück kommen kann. Vorerst muss ich mir etwas Geld besorgen. Ich hoffe, dass du das Restaurant solange alleine führen kannst. Ich hoffe ich sehe dich bald. Bardonimus!

  • Sethrya, die Dunelye unter Kraks Schankmädchen, kam aus dem Gästezimmerbereich und schaute sich zunächst im Schankraum um, während sie ihr Gewand zurechtrückte. Welches zuvor weit unten saß, sodass man zu viel von ihrem Busen sah. Sie fühlte sich beobachtet und schwor das die Blicke der männlichen Gäste und insbesondere von Krak auf ihr festsaßen während sie ihr Gewand zurechtrückte. Lüsterne Männer, euch müsste man allen die Weichteile Abschneiden bei solchen Blicken. Nachdem wieder alles an seinem Platz war huschte sie schnell in Richtung Küche.


    Nur wenige Augenblicke später stapfte eine in dunkelblauer Kutte und Kapuze, komplett verhüllte, hoch gewachsene Person in den Fuchsbau. Ohne sich groß zu Orientieren bewegte er sich direkt auf Krak zu, es schien als kenne er diesen Ort sehr gut. Krak wusste sicher wer das war, doch er saß da und zuckte nicht zusammen. Nicht mal als die verhüllte Person ihm ein versiegeltes Pergament auf den Tisch warf und Krak für wenige Augenblicke anstarrte. Ohne ein Wort ging die Person wieder, so wie sie gekommen war. Sethrya war verwundert, in all den Jahren die sie für Krak arbeitete, gab es eine solch ein Schauspiel bisher nicht.


    Sethrya beobachtete die Person die ganze Zeit und bemerkte als sie Krak das Pergament auf den Tisch warf, die Frau in der Ecke. Dieses Gesicht kenne ich doch, aber woher.

  • Mit einer kräftigen Drehung des Handgelenks wrang Imanal den blutigen Lappen über dem Eimer aus, dann schnappte er sich den Toten und warf ihn sich über die Schulter, griff nach dem Eimer und trat nach draußen.


    Hier ist ja doch schon einiges los für diese Uhrzeit, dachte er, als er auf dem Weg nach draußen auf der Türschwelle einer Gestalt in Kapuze begegnete, die es recht eilig zu haben schien.
    Nicht mal ein „Guten Tag“, wo kommen wir denn da hin!, ein Grinsen zog sich über sein Gesicht, naja, was soll’s.


    In einem Schwung warf er den Toten auf den Karren und legte einige Säcke und Laken über ihn, dass er nicht mehr zu sehen war.
    Bis heute Abend sollte das reichen, sobald es dunkel ist kann ich ihn wegbringen.

    Auf den Weg zurück zur Tür leerte er den Eimer in die Pferdetränke und stapfte zurück zur Tür. Wieder kam ihm die Gestalt in Kapuze entgegen und wieder kein Wort, nur ein Stoß mit der Schulter.
    Wütend drehte sich Imanal um und griff nach dem Dolch, doch da war der Fremde schon hinter der nächsten Ecke verschwunden.


    „So ein Mistkerl!“, fluchte er nicht gerade leise und betrat wieder die Gaststube.


  • 'Ich will unentdeckt bleiben', warum setze ich mich dann in ein Gasthaus. Nun, jedem Tierchen sein Plaisirchen. Dachs für den Herren. Aber eigentlich war er sehr freundlich.
    Alira ging zuück in die Küche und richtete zwei Teller mit Wüstendachs-Eintopf, für den einen Teller fischte sie nach etwas mehr Gemüse, für den anderen anderen nach mehr Fleisch. Wem gebe ich jetzt welchen Teller? überlegte sie lächelnd, aber natürlich war das klar. Sie war doch besorgt um die Gesundheit der Gäste, also mehr Gemüse für den Herrn der finsteren Ecken. Krak würde trotzdem die Nase hochziehen, denn sie schnitt schnell noch etliche der frische Kräuter, die sie mit vom Markt gebracht hatte und streute sie über beide Teller. Nicht nur wegen der gesunden Wirkung der Kräuter, sondern als Farbakzent!


    Der Herr war wirklich sehr freundlich, als sie ihm den Teller vor die Nase setzte, fragte nach dem Inhalt und lächelte sie an. Sie mochte Gäste, die sie anlächelten.


    Sie war im Begriff, Krak seinen Teller zu bringen, als die Türe aufging, eine Gestalt in dunkler Kapuze hereineilte, Krak ein Pergament auf den Tisch legte und auch schon wieder weg war. Was war das für ein Tag. Sie warf Sethrya einen fragenden Blick zu, trat dann aber zu Krak und stelte ihm den Teller hin.


    "Wenig Gemüse, viel Fleisch. Vielleicht solltest du erst mal deinen Magen füllen, bevor du irgendwelche Entscheidungen triffst... der Kaffee kommt gleich." Sie beugte sich dann zu ihm hin, legte die Hand auf seinen Unterarm, zwinkert ihn an und ermahnte ihn leise: "Und schieb mir ja nicht die Kräuter auf die Seite!"

  • Die Berührung von Alira an seinem Unterarm zog ihn aus seiner Gedankenwelt in die er sich verzogen hatte. Er schaute sie einen Moment verwirrt an. Er schaute sich kurz im Gastraum um und bemerkte das es düsterer wurde, es schien langsam Abend zu werden. Immer noch halb abwesend, nahm er den Teller wahr und sagte in einem etwas ernsterem Ton aber mit einem schon fast gezwungenem Lächeln, „Danke Alira“ und verfiel direkt wieder in seine Gedanken. Ach Alira du meinst es immer viel zu gut mit mir. Der Gedanke verflog schnell und er schien wieder völlig Abwesend zu sein, zumindest Geistig.




    Er starrte das Pergament an was die Person mit dunkelblauer Kutte ihm auf den Tisch warf. Darum kümmere ich mich nachher das ist jetzt nicht wichtig. Was will dieses Jorgenddische Weibsbild hier, ob die anderen auch da sind? Dann noch die Nachricht des Rudelführers. Irgendwas geht doch hier vor. In Gedanken nahm er einen Schluck des dünnen Bieres was ihm sein Schankmädchen brachte. Was der Rudelführer wohl will, was für Umstände? Er murmelte vor sich hin. „Ich werde ihn treffen und klar ablehnen egal was es ist.“


    Ein kurzer Blick über seine linke Schulter zum Tisch links von ihm. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, bevor er wieder in seine Gedankenwelt vertieft war.
    Ob sie den gefallen einfordern möchte den ich ihr Schulde? Warum? Ich habe immer gehofft das ich das zeitliche segne bevor sie kommt und ihn einfordert. Wandlerin. In vielerlei Hinsicht. Was mich immer interessierte, wie sie es damals schaffte sich vom Orden zu lösen. Eindrucksvoll. Aber sicher hat ihre Zeit in den Slums von Sorvenheim sie zu dem gemacht wer sie heute ist. Eiskalt!

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